Windows: Drucken

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Drucken mit dem Schwarzschriftdrucker

Seit Windows XP wird in den meisten Fällen der angeschlossene Drucker automatisch erkannt und installiert. Es wird daher zunächst davon ausgegangen, dass der Drucker angeschaltet und funktionsbereit ist.

Drucken einer Datei

Eine Datei lässt sich unter Windows auf verschiedene Weisen drucken:

Drucken

Drucken aus dem Textverarbeitungsprogramm bietet sich an, wenn der Text neu erstellt, gelesen oder verändert wurde. Im Programm Word für Windows und den meisten anderen Textverarbeitungsprogrammen befindet sich im Menü DATEI das Untermenü DRUCKEN (ALT,D,U). Mit diesem wird das DIALOGFENSTER DRUCKEN geöffnet. In Word lässt sich das Dialogfenster DRUCKEN auch mit der Tastenkombination STRG+P aufrufen.

Anzahl der Ausdrucke

Standardmäßig befindet sich der Cursor im Eingabefeld EXEMPLRE (ALT+E). In diesem kann die Zahl der gewünschten Ausdrucke festgelegt werden. Jaws gibt über die Sprachausgabe die Möglichkeit an, wie sich die Anzahl ändern lässt. Entweder wird die Anzahl mittels der Pfdiltasten jeweils um eins erhöht bzw. verringert oder die Anzahl wird per Tastatur direkt eingegeben. Auf der Braillezeile wird die eingestellte Anzahl angezeigt.

Name - Auswahl des Druckers

Durch mehrmaliges Drücken der TAB Taste lässt sich die Ausklappliste DRUCKER(ALT+W) zum Auswählen des Druckers finden. Sind mehrere Drucker installiert, kann an dieser Stelle über die Pfeiltasten ein anderer Drucker als Druckziel gewählt werden. Gibt es keine Wahlmöglichkeit oder wird der Drucker nicht explizit ausgewählt, gelangt der Druckauftrag auf den "Standarddrucker". ACHTUNG: Die Auswahl eines anderen Druckers kann Einstellungen der Textverarbeitung verändern. So stellen manche Drucker nur eine Standardschriftart zur Verfügung. Die anderen Schriftarten können nicht mehr ausgewählt werden. Ebenso hat jeder Drucker individuelle Randeinstellungen - d.h. der druckbare Bereich kann sich durch die Auswahl eines anderen Druckers verändern. Dadurch kann es z.B. passieren, dass sich die Seitenzahl eines mehrseitigen Dokuments durch die Auswahl eines anderen Druckers verändert.

Einstellungen

In EINSTELLUNGEN kann man folgende Einstellungen vornehmen:

  • Welche Seiten will ich drucken? (ALT+I)
    • ALLE SEITEN: Druckt alle Seiten des Dokuments aus
    • AKTUELLE SEITE: Druckt die Seite aus, in der der Cursor aktuell platziert ist
    • SEITEN/BENUTZERDEFINIERT: Im Eingabefeld kann man die genauen Seiten über die Seitenzahl angeben, die gedruckt werden sollen. Die Seitenzahlen werden durch Komma getrennt. Möchte man mehrere zusammenhängende Seiten drucken, dann gibt man den Seitenbereich an. (ALT+C)

Beispiele:

  • 8 : Druckt nur die Seite 8 des Dokuments aus
  • 1,4,6,20 : Druckt die Seiten eins, vier, sechs und zwanzig des Dokuments aus
  • 2-10 : Druckt die Seiten 2 bis 10 des Dokuments aus
  • 1,5-10: Druckt die Seiten 1 und 5 bis 10 des Dokuments aus
  • Will ich ein- oder zweiseitig drucken? (ALT+K)
    • einseitig
    • zweiseitig
  • Will ich die Ausdrucke der Reihe nach ausdrucken oder unsortiert? (bei mehreren Exemplaren eines Ausdrucks)(ALT+L)
    • sortiert (1,2,3...;1,2,3...)
    • unsortiert (1,1,1,,,,;2,2,2,,,)
  • Will ich in Hoch- oder Querformat drucken? (ALT+T)
    • Hochformat
    • Querformat
  • In welchem Format will ich drucken? (ALT+G)
    • DinA4
    • DinA5
    • ...
  • Welche Seitenränder will ich einstellen? (ALT+R)
    • Normale Seitenränder (Standard)
    • Benutzerdefiniert
  • ...
  • Will ich mehrere Seiten pro Blatt drucken? (Dies spart Blätter und Druckkosten, geht allerdings zu Lasten der Schriftgröße, denn die wird entsprechend halbiert, geviertelt...) (ALT+O)
    • 1 Seite pro Blatt
    • 2 Seiten pro Blatt
    • 4 Seiten pro Blatt

Aus dem Kontextmenü heraus drucken

Aus dem Windows Explorer heraus lässt sich eine Datei mit Hilfe des Kontextmenüs ausdrucken. Die gewünschte Datei z.B. eine Word Datei (zu erkennen an der Endung *.doc/docx) wird im Windows Explorer markiert. Mit der Kontextmenütaste wird das zur Datei zugehörige "Kontextmenü" geöffnet. Handelt es sich um eine druckbare Datei, lässt sich im Kontextmenü mit den Pfeiltasten AUF oder AB der Punkt DRUCKEN wählen und mit EINGABE aktivieren. Alternativ zur Auswahl mit den PFEILTasten lässt sich der Druckvorgang mit Kontextmenütaste, D starten. Die "Kontextmenütaste" (auch APPLIKATIONSTASTE) entspricht der "rechten Maustaste" für sehende Nutzer.

Druckaufträge löschen oder steuern

Druckaufträge werden normalerweise in der Druckerwarteschlange gespeichert. Dabei handelt es sich um eine temporäre Datei, die die Druckaufträge abarbeitet. Dieser Umweg ist deshalb sinnvoll, da in der Druckerwarteschlange mehrere Druckaufträge an den Drucker zwischengestellt werden, bis der Drucker Kapazitäten zum Drucken frei hat. Würde diese Möglichkeit des Zwischenstellens nicht bestehen, wäre das Programm (z.B. Word), das den Druckauftrag verschickt hat, solange blockiert, bis der Druckauftrag abgearbeitet wäre. Die Druckerwarteschlange erledigt diese Aufgabe im Hintergrund und gibt somit das Programm (z.B. Word) wieder für die Weiterarbeit frei.

Druckerwarteschlange öffnen =

Einblick in die Dokumente, welche gedruckt werden sollen, lässt sich erhalten, indem man die Druckerwarteschlange öffnet. Ob die Druckerwarteschlange gerade aktiv ist, erfährt man im "Infobereich" von Windows. Jaws stellt einen Infobereichmanager zur Verfügung, der mit JAWS Taste + F11 zu öffnen ist. Ist dort ein Eintrag "1 ausstehendes Dokument", lässt sich die aktive Druckerwarteschlange durch Betätigen des Schalters LINKER DOPPELKLICK (ALT,D) öffnen. Mit den PFEILTasten AB oder AUF lässt sich prüfen, welche Druckaufträge noch anstehen. Die zweite Möglichkeit, die Druckerwarteschlange zu öffnen, besteht darin, den Ordner "Drucker und Faxgeräte" über START/ EINSTELLUNGEN / DRUCKER UND FAXGERÄTE zu öffnen. Das Dialogfeld der Druckerwarteschlange lässt sich öffnen, indem der gewünschte Drucker im Listenfeld mit Hilfe der PFEILTasten ausgewählt und mit EINGABE geöffnet wird. Der eben beschriebene Weg, die Druckerwarteschlange zu öffnen, hat den Vorteil, dass JAWS dafür nicht benötigt wird. Der Nutzer muss hier aber wissen, an welchen Drucker die Druckaufträge geschickt wurden. Wählt man dagegen den Weg über den Infobereich, erhält der Nutzer die Information, wie viele Druckaufträge gerade anstehen und auf welche Drucker diese geschickt wurden.

Druckauftrag löschen

Im Menü DRUCKER (ALT,D) der Druckerwarteschlange befindet sich der Menüpunkt "Alle Druckaufträge löschen" oder "Druckaufträge löschen". Somit lassen sich entweder alle oder auch einzelne Aufträge in der Druckerwarteschlange löschen. Alternativ lässt sich der markierte Druckauftrag auch mit der ENTF Taste löschen. Ein Druckauftrag lässt sich auch anhalten oder, wenn mehrere Druckaufträge anstehen, kann auch der Drucker angehalten werden. Bei diesem Vorgang werden die Druckaufträge nicht gelöscht.

  • Zum Anhalten des Druckauftrages wird der Menüpunkt DOKUMENT / ANHALTEN (ALT,K,H) aufgerufen. Der gewünschte Druckauftrag in der Liste muss markiert sein.
  • Zum vorübergehenden Anhalten aller Druckaufträge an den Drucker empfiehlt es sich, mit DRUCKER / DRUCKER ANHALTEN den aktiven Druckvorgang anzuhalten. Dieser lässt sich wieder starten, indem DRUCKER / DRUCKER ANHALTEN nochmals ausgeführt wird.

Der Druckerdialog lässt sich mit ALT+F4 schließen.

Auswahl des Standarddruckers

Hat man mehrere Drucker installiert, z.B. einen Schwarzschriftdrucker und einen Brailledrucker, ist es sinnvoll, den am häufigsten genutzten Drucker als Standarddrucker zu definieren. Um einen Überblick über die installierten Drucker zu bekommen, wird der Ordner DRUCKER UND FAXGERÄTE über START/ GERÄTE UND DRUCKER geöffnet. In der Listenansicht wählt man erst den gewünschten Standarddrucker und dann im KONTEXTMENÜ den Menüpunkt "Als Standard definieren" aus.

Drucker entfernen

Manchmal kommt es vor, dass ein alter Drucker gegen einen neuen ausgetauscht wird oder ein Drucker versehentlich mehrfach im Ordner "Drucker und Faxgeräte" aufgelistet ist. Alte oder nicht mehr erforderliche Drucker lassen sich aus der Druckerliste nach dem Markieren durch Drücken von ENTF Taste entfernen.

Drucker hinzufügen /installieren

Neu angeschlossene Geräte werden normalerweise von Windows 7 automatisch erkannt und installiert. Dies gilt auch für Drucker. Sollte die automatische Erkennung nicht funktionieren, kann ein Drucker auch per Hand installiert werden. Dafür ist folgendes Vorgehen notwendig:

  • Mit START den Ordner GERÄTE UND DRUCKER öffnen.
  • In der Druckerliste den Schalter DRUCKER HINZUFÜGEN wählen. Ein Installations-Assistent wird gestartet, der Schritt für Schritt durch die Dialogfenster der Einstellungsmöglichkeiten führt.

Hinweis: Um einen lokalen Drucker zu installieren, ist es notwendig, Administratorrechte zu besitzen.

Schritte durch den Druckerinstallations-Assistenten

Jedes Dialogfenster im Druckerinstallations-Assistent hat einen WEITER (ALT+W), ZURÜCK (ALT+Z) und ABRECHEN SCHALTER. Die Einstellungsmöglichkeiten in jedem Dialogfenster werden mit TAB abgearbeitet.

  1. Fenster - Willkommensfenster

Da dieses Fenster für die Braillezeile nicht darstellbar ist und keine weiteren wichtigen Informationen enthält, kann man WEITER gehen.

  1. Fenster Auswahl des Druckertyps

Mit den PFEILTasten lässt sich auswählen, ob ein lokaler Drucker oder ein Netzwerkdrucker installiert werden soll. Der Auswahlschalter z.B. für den lokalen Drucker ist dann aktiviert, wenn dieser auf der Braillezeile erscheint. Mit WEITER möchte der Assistent dann einen lokalen Drucker installieren.

  1. Fenster - Druckeranschluss auswählen

Der Auswahlschalter befindet sich auf "Folgenden Anschluss verwenden". Mit den PFEILTasten kann in der Ausklappliste der richtige Druckeranschluss ausgewählt werden.

  • USB001: Wird dann ausgewählt, wenn ein Drucker über einen USB Port angeschlossen ist.
  • LPT1: Wird standardmäßig gewählt, wenn der Drucker an einem Paralleldrucker-Port angeschlossen ist. LPT2 usw. gibt es immer dann, wenn der PC über mehrere Paralleldrucker-Ports verfügt. Mit WEITER wird die Auswahl abgeschlossen.
  1. Fenster - Hersteller und Modell auswählen.

Das Dialogfeld "Hersteller und Modell auswählen" besteht aus zwei Listenfeldern. Im linken Bereich wird der Hersteller des Druckers (z.B. Canon, Brother), im rechten Dialogfeld das Druckermodell ausgewählt. Beim Öffnen des Dialogfensters befindet sich der Cursor im Listenfeld Druckerhersteller. Mit den PFEILTasten lässt sich der Hersteller auswählen. Zum schnelleren Suchen in der Liste empfiehlt es sich, den Anfangsbuchstaben des gewünschten Herstellers einzugeben (z.B. B für Brother). Der Cursor springt dann zum Anfang aller Druckerhersteller mit B. Mit TAB wechselt man zum Listenfeld Druckermodell, in welchem der angeschlossene Druckertyp ausgewählt wird. Befindet sich der gewünschte Drucker nicht in der Liste, betätigt man den Schalter DATENTRÄGER. Ein Dialogfenster zur Auswahl des Speicherortes des Druckertreibers wird geöffnet. Gewöhnlich liefert der Druckerhersteller auf einer Diskette oder auf einer CD-Rom den notwendigen Treiber mit. Im Formularfeld wird der Laufwerksbuchstabe des CD Laufwerkes oder des Diskettenlaufwerkes angegeben und mit OK abgeschlossen. Sollte der Hinweis "Der angegebene Ort enthält keine Informationen über die Hardware" auftreten, kann man mit Hilfe des Schalters DURCHSUCHEN (ALT+U) in den Ordnern der Druckersoftware nach dem Druckertreiber suchen. Den Druckertreiber erkennt man an der Dateinamenerweiterung *.inf (z.B. BHPCL4.INF).

  1. Fenster - Drucker benennen

In diesem Fenster wird dem Drucker ein Name zugewiesen. Im Formularfeld befindet sich gewöhnlich ein Vorschlag des Herstellers. Der Vorschlag kann aber beliebig geändert werden. Wenn die Ilvesheimer Wordvorlage verwendet wird, sollte der Schwarzschriftdrucker hier den Namen "Schwarzschriftdrucker" bekommen. Zur Auswahl, ob es sich bei dem Drucker um den Standarddrucker handeln soll oder nicht, wechselt man mit TAB zu den Auswahlschaltern "Ja oder Nein".

  1. Fenster - Druckerfreigabe

Ist der PC an einem Netzwerk angeschlossen, kann der Drucker auch von anderen Netzwerkbenutzern verwendet werden. Dafür muss der Drucker mit einem Namen freigegeben werden. Mit der Pfeil AB Taste lässt sich in das Formularfeld "Freigabename" wechseln. Dieser kann nach Wunsch vergeben werden. Es empfiehlt sich bei der Namensvergabe immer, eine sinnige Kombination aus Druckertyp und Standort zu wählen (z.B. Schwarzschriftdrucker im Flur). Im nächsten Fenster (7. Fenster) kann der Drucker noch mit weiteren Informationen oder Kommentaren versehen werden.

  1. Fenster - Testseite drucken

Ob die Installation richtig durchgeführt wurde, lässt sich durch einen Testausdruck überprüfen. Der Auswahlschalter JA wird gewählt.

  1. Fenster - Fertigstellen des Assistenten

War der Testausdruck erfolgreich, kann der Assistent durch den Schalter FERTIGSTELLEN geschlossen werden. Ansonsten empfiehlt es sich, mit ZURÜCK die vorherigen Einstellungen nochmals genau zu überprüfen.

Einen Netzwerkdrucker hinzufügen

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Drucken mit einem Brailledrucker

Wer seine Dokumente auf einem Brailledrucker ausdrucken möchte, wird sehr schnell merken, dass dies nicht so einfach ist wie auf einem Schwarzschriftdrucker. Gewöhnlich lässt sich ein Brailledrucker zwar wie oben beschrieben installieren, aber beim Ausdruck stellt man fest, dass das Druckergebnis entweder unvollständig oder das Layout ganz und gar vom geschriebenen Original verschieden ist. Um dies vernünftig in den Griff zu bekommen, sollte man über den Einsatz von RTFC nachdenken. RTFC ist eine Software, mit deren Hilfe sich Dokumente in Blindenschrift umwandeln lassen, sodass sie mit dem Brailledrucker ausgedruckt werden können.

Hinweise zum Brailledruck

Die meisten zum Einsatz kommenden Brailledrucker können nur Texte drucken. Sie verfügen NICHT über die Fähigkeit, Grafiken zu drucken (weiterführende Informationen zur Brailledruckern: IT: Brailledrucker). Auf eine Seite eines Brailleausdrucks passt nur eine bestimmte Anzahl von Zeichen. Beispielsweise können auf eine DIN A4 Seite maximal 28 Zeichen pro Zeile und 23 Zeilen in Computerbraille, (28 Zeichen pro Zeile und 28 Zeilen in 6-Punkt-Braille) gedruckt werden. Auf einer Seite Schwarzschriftausdruck ist die Anzahl der druckbaren Zeichen mindestens doppelt so hoch - abhängig von der Schriftgröße und Schriftart. Dabei wird der Buchstabenabstand bei den meisten Schriftarten (außer z.B. Pica) dynamisch ermittelt. Brailledrucker haben eine feste Schriftgröße und einen festen Zeilenabstand der durch Änderung der Seitengröße unter SEITE EINRICHTEN in Word nicht ohne weiteres eingestellt werden kann. Die Seitenaufteilung bleibt weiterhin dynamisch, was bedeutet, dass mal 27 Zeichen oder 29 Zeichen pro Zeile angezeigt werden. Im Ausdruck fehlt dann das 29. Zeichen. Ohne Umwandlung des geschriebenen Textes lässt sich nur Computerbraille, auch 8-Punkt-Braille genannt, drucken. 6-Punkt-Braille braucht ein Konvertierungsprogramm, das die notwendigen Zeichenänderungen und Kürzungen vornimmt. Hersteller von Brailledruckern z.B. Everest oder Once (Porta Thiel) haben in ihre Druckertreiber entsprechende Umwandlungsroutinen integriert. Sie wandeln auf Wunsch in 6-Punkt-Braille um und brechen die Zeilen auf die gewünschte Papiergröße um. Nachteilig ist, dass bei diesem Verfahren das Druckergebnis einer Blackbox überlassen wird. Um gute Druckergebnisse zu erzielen, empfiehlt es sich, ein Braille-Konvertierungsprogramm einzusetzen. HBS , RTFC und Duxbury aus dem amerikanischen Sprachraum sind hier als bekannte Vertreter zu nennen. Nachfolgend wird RTFC wegen seiner leichten Bedienbarkeit näher beschrieben.

RTFC installieren

Zunächst muss die RTFC-Software unter www.rtfc.de heruntergeladen werden. Es empfiehlt sich, die Personal Edition zu verwenden. Diese unterstützt in aller Regel die benötigten Druckoptionen für den Privatanwender. Wer spezielle Anforderungen an die RTFC hat, wie Teilkurzschrift (verschiedene Kürzungsformen) oder eine noch flexiblere Lay-out-Gestaltung, greift zur Professional Edition. Für den Testbetrieb reicht es, die Demo Version herunterzuladen, die gegen eine geringe Lizenzgebühr in eine Vollversion zu ändern ist. Außerdem wird noch der RTFC Braille-Viewer benötigt.

RTFC Braille-Viewer installieren

Vor der RTFC Installation muss der RTFC Braille-Viewer installiert werden. Dieser zeigt die Punktschrift in einer Simulation auf dem Bildschirm an. Diese kann genutzt werden, um Sehende am Bildschirm mitlesen zu lassen. Es können hier auch Änderungen vorgenommen werden, da der Braille-Viewer als Druckansicht genutzt werden kann. Auch kann die Ansicht des Braille-Viewers genutzt werden, um mit Hilfe von Thermokopierern Schwellkopien anzufertigen. Der Installationsdialog des Braille-Viewers wird durch Markieren und Aktivieren der "brlview.exe" gestartet. Der Schalter SETUP ist automatisch markiert und kann durch Drücken der EINGABE-Taste betätigt werden. Die erfolgreiche Installation ist am öffnenden Ordnerfester "RTFC Hypertext Compiler" zu erkennen. Diese kann nun geschlossen (ALT+F4) werden.

RTFC installieren

Zur Installation von RTFC muss die "RTFC-Lite.exe" ausgeführt werden. Im sich öffnenden Dialogfenster muss der Schalter SETUP aktiviert werden. Die Lizenzbestimmungen werden mit OK bestätigt. Anschließend fordert die Installationsroutine zur Eingabe der Seriennummer auf. Zum Betreiben als Demoversion lässt man das Feld Seriennummer leer und bestätigt mit dem Schalter OK (EINGABE-Taste). Bei der sich öffnenden Infobox handelt es sich um einen Warnhinweis, dass das Programm als Demo betrieben wird. Mit der EINGABE-Taste wird der Hinweis bestätigt. Das sich öffnende Ordnerfenster kann nun geschlossen werden (ALT+F4). Die Installation ist nun abgeschlossen. Unter START / PROGRAMME / RTFC HYPERTEXT COMPILER ist der RTFC HYPERTEXT ASSISTENT zu finden. Dieser muss aufgerufen werden, um die notwendigen Drucker- und Übersetzungs-Einstellungen vorzunehmen. Die folgenden Einstellungen werden für den Eurobrailleausdruck (8-Punktdruck) vorgenommen:

  1. Das erste und zweite Fenster des Hypertext-Assistenten können mit WEITER übersprungen werden.
  2. Im nächsten Fenster wird in der Klappliste "Ausgabeformat" mit Hilfe der PFEILTaste AB "Computerbraille" ausgewählt. Anschließend erfolgt mit WEITER der Wechsel zum nächsten Fenster.
  3. Das Listenfeld "Textprofil zur Seitengestaltung" besteht aus drei Registerkarten:

(O)ptionen, (F)ormat und (K)opf- und Fußzeile Hinweis: Buchstaben in Klammern weisen auf die Tastenkombination hin. Z.B. ALT+O für (O)ptionen. Am schnellsten wechselt man in die Registerkarte "Format" mit ALT+F, bzw. in die Registerkarte "Kopf- und Fußzeile" mit ALT+K. In der Registerkarte "Format" werden die Blatteinstellungen vorgenommen:

  • Im Feld "(Z)eilenlänge" wird die Anzahl der druckbaren Zeichen pro Zeile eingegeben.
  • Im Feld "Seite(n)länge" wird die Anzahl der druckbaren Zeilen pro Seite eingegeben.
  • Im Feld "Linker (R)and" kann die Einrückung des linken Randes in Anzahl Zeichen eingegeben werden.

Um die notwendigen Einstellungen zu ermitteln, sollte zunächst das zu bedruckende Papier mit Hilfe einer Brailleschreibmaschine probebeschrieben werden. Die so ermittelten Werte werden in die Felder eingetragen. Für Standardpapier, z.B. DIN A4, gibt es in der Ausklappliste (P)rofil das Profil "Computerbraille 28x23 Ze (210 x 297 mm)". Dies bedeutet, dass auf ein Papier der Breite 210 mm und der Länge 297 mm 28 Zeichen pro Zeile und 23 Zeilen gedruckt werden können. Ist die Seiteneinstellung vorgenommen, wechselt man mit WEITER auf das nächste Fenster. In diesem muss zunächst der angeschlossene Drucker ausgewählt werden. Dafür aktiviert man den Schalter (E)INRICHTEN. In diesem Dialogfeld wird der angeschlossene Drucker unter (H)INZUFÜGEN ausgewählt. Mit AUF / AB wird der Hersteller aus der Liste gewählt. Mit TAB gelangt man in die Liste Drucker, aus der der Druckertyp ausgewählt werden kann. Nehmen wir an, es soll ein Drucker "INDEX Basic D" installiert werden, so wählt man zunächst mit AB den Hersteller INDEX aus, wechselt dann mit TAB in das Listenfeld "Drucker" und sucht dort mit AB "INDEX Basic D" aus der Liste aus. Die Auswahl wird mit OK (EINGABE-Taste) übernommen. Nun muss sichergestellt werden, ob der richtige Druckeranschluss gewählt wurde. Dies erfolgt unter (A)NSCHLUSS. In der Ausklappliste des Feldes Anschluss ist das gewöhnlich "LPT1: (Lokaler Anschluss)". Hat man seinen Drucker an dem einzigen Parallelport des Computers angeschlossen, ist der Anschluss LPT1 auch der richtige. Ansonsten muss mit AUF /AB der richtige Anschluss aus der Liste gewählt werden. Mit OK (EINAGBE-Taste) wird die Auswahl übernommen und man gelangt in das Dialogfenster "Fertig stellen" zurück. In diesem muss der Schalter FE(R)TIG STELLEN aktiviert werden. Da RTFC nun fertig eingerichtet ist, wird der Assistent in diesem Fenster durch BEENDEN geschlossen. BEENDEN verfügt über keine Tastenkombination, von daher ist der BEENDEN-Schalter durch mehrmaliges Drücken der TAB-Taste zu markieren und anschließend zu aktivieren.

Word-Dokumente mit RTFC drucken

Im Menü von Word befindet sich nach der Installation von RTFC ein neuer Menüpunkt mit dem Namen "Braille" (mit der Kurztaste ALT+R für B(r)aille zu erreichen). Dieser wird benötigt, um das gewünschte Word-Dokument für den Brailleausdruck umzuwandeln. Für den Computerbrailleausdruck wird der Punkt IN (C)OMPUTERBRAILLE UMWANDELN aufgerufen. Hinweis: Sollte das zu druckende Dokument noch nicht abgespeichert sein, wird man nun aufgefordert, dies zu tun. RTFC wandelt nun das Dokument in ein neues Dokument entsprechend der Zeilenlänge und Zeilenanzahl des Druckerpapiers in txt-Format um. Dieses Text-Dokument kann als eine Art Druckvorschau verstanden werden, nur, dass man hier noch kleine Veränderungen vornehmen kann. Bei Veränderungen sollte man darauf achten, dass keine neuen Zeilen eingefügt werden, da sich sonst die Blattlänge verändert. Hinweis: Zum besseren Verständnis lohnt es sich, das Original Word-Dokument (#.doc) mit dem Text-Dokument (#.txt) zu vergleichen. Der Druckdialog wird wie gewöhnlich mit DATEI / DRUCKEN oder STRG+P gestartet. Der gestartete Druckdialog ist nicht völlig identisch mit dem Standarddruckdialog. Neben der Anzahl von (K)opien und dem wählbaren Druckbereich "(V)on Seite" bis "(B)is Seite" können hier drei verschiedene Kontrollfelder aktiviert werden:

  1. "Trennseite nach jeder Seite": Diese Kontrollfeld sollte im Regelfall deaktiviert bleiben.
  2. "Trennseite nach jeder Kopie": Wird Endlospapier im Drucker eingesetzt, sollte dieses Kontrollfeld aktiviert sein.
  3. "Pause vor jeder Seite": Diese Kontrollfeld sollte aktiviert werden, wenn man einzelne Blätter bedrucken will und diese von Hand in den Drucker einlegen muss. Der Drucker druckt dann die erste Seite.

RTFC wartet nun darauf, dass mit der EINGABE-Taste der OK-Schalter im Kontrollfeld bestätigt wird.

Feineinstellungen in RTFC vornehmen

Sollte bei dem ersten Drucken die Zeilenlänge oder die Blattlänge nicht stimmen, können diese unter BRAILLE / STANDARDEINSTELLUNGEN wie bereits unter "RTFC installieren" beschrieben verändert werden.

Übung

  1. Erzeuge ein beliebiges Dokument im Editor, WordPad oder in Word, speichere es auf dem Desktop und schließe es anschließend.
  2. Drucke die soeben erstellte Datei -ohne sie zu öffnen- mit Hilfe des Kontextmenüs auf dem Schwarzschriftdrucker.
  3. Wie kannst du dich darüber informieren, ob gerade ein Druckauftrag in der Druckerwarteschlange vorliegt (aktiv ist)?
  4. Du stellst fest, dass in deiner Druckerwarteschlange das zu druckende Dokument zweimal aufgelistet ist, da du es versehentlich noch einmal losgeschickt hast.
  • Wie löschst du einen Druckauftrag?
  • Stelle diese Situation nach, indem du zweimal ein Dokument losschickst, um dann eines zu löschen.
  1. Wo befindet sich der Druckerinstallations-Assistent - Wie wird er gestartet?
  2. An deinem PC sind zwei Schwarzschriftdrucker installiert. Ein Drucker steht in deinem Klassenzimmer und einer im anderen Schulgebäude. Standardmäßig will dein Computer immer auf den Drucker im anderen Schulgebäude drucken. Was musst du machen, dass der Drucker im Klassenzimmer der Standarddrucker ist?